Individuelle Förderung

Die individuelle Förderung eines jeden einzelnen Kindes in den Mittelpunkt zu rücken, bedeutet, die Stärken und Schwächen von Kindern erkennen zu können, ihre Begabungen und Interessensschwerpunkte zu entdecken, aber auch ihre Fehlentwicklungen / Blockaden frühzeitig zu diagnostizieren.
Individuell fördern heißt, den einzelnen Schüler entsprechend seinen Begabungen und Möglichkeiten optimal zu unterstützen. Im engeren Sinne gehören hierzu alle pädagogischen, didaktischen und methodischen Überlegungen und Maßnahmen, diesem Ziel auch innerhalb des Unterrichts so weit wie möglich Rechnung zu tragen.

Wir haben uns an der Petri-Grundschule folgende Prüfsteine für den eigenen Unterricht zusammengestellt, anhand dessen wir unseren Unterricht planen und überprüfen:

  • Die Kinder arbeiten in eigenem Tempo an unterschiedlichen Aufgaben, so dass ihnen individuelle Lernerfolge ermöglicht werden.
  • Es gibt je nach Thema, Interessenschwerpunkten und Leistungsvermögen unterschiedliche Lernmaterialien und Arbeitshilfen.
  • Die Kinder haben das Recht und sie erhalten die Möglichkeit, sich gegenseitig beim Lernen zu unterstützen. Dafür wählen wir geeignete Sozialformen.
  • Wir machen jedem Kind die Leistungserwartungen transparent und helfen dabei, sie nachzuvollziehen.
  • Kinder mit Lernschwierigkeiten erhalten zusätzliche differenzierte Hilfen.
  • Leistungsstarke Schüler/innen erhalten nach Absprache mit der Lehrkraft die Möglichkeit, an eigenen Schwerpunkten zu arbeiten.
  • Für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf wird eine genaue Lernstandsanalyse durchgeführt und ein entsprechender Förderplan erarbeitet. Sie erhalten Unterricht bei der Förderschullehrerin.
  • Die Kinder werden angehalten, ihren individuellen Lernfortschritt zu reflektieren.
  • Kinder mit Sprachauffälligkeiten und mit nichtdeutscher Muttersprache erhalten zusätzliche Unterrichtsangebote.

An unserer Schule haben wir zwei besondere Konzepte zur individuellen Förderung. Zum einen die
tiergestütze Arbeit und zum anderen das Drehtürenmodell.

Das Drehtürenmodell

Im Mittelpunkt dieses Modells steht das einzelne begabte Kind mit seinen individuellen Stärken. Diese sollen in einem Erweiterungsprogramm weiterentwickelt werden, da es uns besonders wichtig ist, dass wir auch die leistungsstarken Schülerinnen und Schüler fördern. Daher können die Kinder mit besonderen Begabungen (z. B. im Bereich Mathematik oder Deutsch) am Unterricht der jeweils höheren Klassenstufe teilnehmen. Sie besuchen dort regelmäßig den Unterricht und schreiben auch die entsprechenden Klassenarbeiten mit.
Das Drehtürenmodell greift aber auch für Kinder, die im laufenden Schuljahr in einigen Teilbereichen noch Unterstützung benötigen. Sie können solange am Unterricht des vorhergehenden Jahrgangs teilnehmen, bis der entsprechende Unterrichtsstoff sicher nachgeholt und verstanden wurde.
Eine erfolgreiche Durchführung des Drehtürenmodells erfordert wegen der vielen notwendigen Absprachen (Stundenplan / Klassenarbeiten etc.) eine hohe Kooperation zwischen den betroffenen Lehrkräften, die die Entscheidung mittragen. Auch die Anbindung an die Klassengemeinschaft(en), die für Grundschulkinder von großer Bedeutung ist, darf nicht aus den Augen verloren werden.
Die Kinder, die bisher in diesem Modell ihren Begabungen entsprechend betreut wurden, konnten mit Freude und großem Erfolg am Fachunterricht der höheren Klassen teilnehmen und in Einzelfällen sogar in diese Klasse „springen“.